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<title>pling!: Freiheit</title>
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<description>Blog der spontanen Ideen von Pascal</description>
<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 11:32:25 +0200</pubDate>
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<title>Signalbojen im Meer der Freiheit
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<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 11:32:25 +0200</pubDate>
<dc:creator>Pascal</dc:creator>
<category>Piratenpartei</category>
<category>Freiheit</category>
<category>Politik</category>
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<p>Meinen ersten richtigen Blogeintrag widme ich der <a href="http://taz.de">
taz</a>, denn wie viele Andere scheint sie die <a
href="http://www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/die-untiefen-der-freiheit/">
Freiheit für ein gefähliches Gewässer zu halten</a>.</p>

<p>Was die <a href="http://www.piratenpartei.de">Piratenpartei</a> unter Freiheit
versteht wollte Albrecht von Lucke genauso wie <a
href="http://julia-seeliger.de">Julia Seeliger</a> wissen. Ich spreche nicht für
die ganze Piratenpartei, denn ich kenne nur wenige der Mitglieder persönlich,
aber das Bestreben der Piratenpartei, das Grundgesetz verteidigen zu wollen, <a
href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009/Wahlprogramm#Kapitel_1_-_Grundgesetz_bewahren">
ist wohl kaum zu übersehen</a>. Damit ist ersteinmal klar, dass die
Piratenpartei hinter der Art von Freiheit steht, wie sie hauptsächlich in den
Artikeln 2, 4, 5, 8, 9, 11, 12 und 18 des <a
href="http://www.bundestag.de/dokumente/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg.html">
Grundgesetzes</a> definiert wird.</p>

<p>Klar, da ist die Freiheit unterteilt in verschiedene Bereiche in denen man frei
sein kann. Zum Beispiel soll man frei sein dürfen bei dem was man glaubt, bei
dem was man sagt, bei dem was man liest, bei dem was man lehrt oder lernt, wo
man wohnt und arbeitet oder mit wem man sich trifft. <br /> Das sind aber keine
unterschiedlichen Freiheitsbegriffe, sondern Bausteine eines einzigen.</p>

<p>Ich versuche das mal ganz dilettantisch zu einer knappen <b>Definition</b>
zusammenzufassen: Freiheit ist Das Recht jedes Individuums, sich körperlich und
geistig frei zu bewegen, ohne die körperliche und geistige Freiheit anderer
Individuen dabei einzuschränken oder die Strukturen, die das Recht auf diese
Freiheit gewährleisten zu zerstören.</p>

<p>Die "negative Freiheit", wie sie Herr von Lucke mit "von etwas, etwa dem
Staat" erklärt, ist immer nichts anderes als die Abwesenheit eines Faktors, der
einen der Bausteine des oben definierten Freiheitsbegriffs zerstören kann. Das
Beispiel Staat ist schlecht gewählt, vor allem im Zusammenhang mit der
Piratenpartei, denn niemand will in der Piratenpartei frei von dem Staat sein.
Es geht eher darum, den Staat frei von Elementen zu halten, die Bausteine der
Freiheit bedrohen. Piraten wollen vom Staat in der Freiheit gelassen werden,
aber benötigen auch einen <a
href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009/Wahlprogramm#Kapitel_3_-_Demokratie_durch_Transparenz_und_Beteiligung">
Staat um Demokratie zu realisieren</a>.</p>

<p>Ich glaube, dass viele der Parteien sich in ihrem Freiheitsbegriff nicht
großartig von der Piratenpartei unterscheiden. Allerdings unterscheidet sich
die Ansicht, wer ein Individuum ist, und wie wichtig Freiheit für diese
Individuen im Vergleich zu anderen Werten ist. Dies drückt sich dadurch
aus, wie oft von den im GG eingeräumten Möglichkeiten Gebrauch gemacht wird, das
jeweilige Grundrecht auf Freiheit per Gesetz einzuschränken, oder wie groß der
Wunsch danach ist.</p>

<p>Die Piraten sagen deutlich wer für sie ein Individuum ist, welches recht auf
Freiheit hat. Auch in ihrem Wahlprogramm:</p>

<p><i>"Die dort genannten Rechte sind unteilbar und gelten für jeden Menschen
gleichermaßen, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion, seinem
Geschlecht, seiner Kultur oder anderer Merkmale. Jeder Mensch muss sich frei
entfalten können, ohne Repressalien befürchten zu müssen. Jede Diskriminierung
ist abzulehnen. Wir kämpfen dafür, die Menschenrechte national wie international
durchzusetzen."</i></p>

<p>Diese Gleichheit in Verbindung mit Freiheit und Demokratie
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Zzs_9suYC28"> besingen sogar einige
der Piraten</a>. Und Durch das Hervorheben der Gleichheit grenzen sich die
Piraten meiner Ansicht nach auch vom rechten Rand ab. </p>

<p>Wenn man nun Parteien in Verbindung mit dem Freiheitsbegriff charaktisieren
will, dann kann man zum Beispiel sagen wie weit, und in welcher Richtung die
Ideale einer Partei von der Freiheit weg liegen. Ein paar Beispiele:</p>

<p>Die CDU will in Richtung altertümlichen Christentums, Sicherheits- und
Präventionsfanatik sowie Kapitalismus von der Freiheit weg.</p>

<p>Die FDP will in Richtung Marktwirtschaft und Sicherheit von der Freiheit weg. Die Freiheit des
Marktes ist ihr wichtiger als die Freiheit des Individuums.</p>

<p>Bei der SPD kann ich keinen klaren Gedanken fassen. Was sagt ihr?</p>

<p>Den Grünen ist vielleicht die Ökologie etwas wichtiger als die Freiheit.</p>

<p>Der Linken ist das Abschaffen der Klassen etwas wichtiger als die
Freiheit.</p>

<p>Die Piratenpartei will nicht von der Freiheit weg. Sie würde die Freiheit eher
gegen Werte wie zum Beispiel Sicherheit eintauschen. Sie ist überzeugt davon,
dass Angst ein schwerwiegendes Element ist, welches eine Gesellschaft dazu bringen
kann, von Freiheit wegzuwollen oder nicht mehr frei sein zu können. Angst vor
Terror, Angst davor bespitzelt zu werden oder Angst vor der Freiheit sind daher
zu vermeiden. Einige gehen darum auch lieber naiv aber mutig in Richtung neuer
Chancen auf Freiheit als vor Angst den Kopf einzuziehen, wodurch sie sich
sicherer fühlen aber in ihrer Einigelung gefangen bleiben.</p>

<p>Den rechten Parteien wie REP, DVU und NPD ist die Freiheit der atheistischen,
heidnischen oder christlichen Deutschen deutlich wichtiger als die Freiheit von
Anhängern anderer Religionen oder von Menschen mit Wurzeln, die nicht in
Deutschland liegen. Wenn Anhänger dieser Parteien von Freiheit reden, dann geht
es hauptsächlich um Meinungsfreiheit. Die anderen Bausteine werden
vernachlässigt oder sogar verabscheut.</p>

<p>Auch Anhänger der Piratenpartei reden oft von Meinungsfreiheit. Das ist
wahrscheinlich der Grund, warum das Thema Freiheit so oft auftaucht, wenn der
Piratenpartei Nähe zum rechten Rand vorgeworfen wird. Die Piratenpartei
behandelt aber im Gegensatz zu den rechten auch die anderen Bausteine der
Freiheit mit gleicher Ehrerbietung. Dazu gehört auch, dass (wie ich hoffentlich
ausreichend dargelegt habe) jeder Frei sein soll, dabei aber niemand anderem die
Freiheit nehmen darf.</p>

<p>Warum ein Interview eines Piratenparteimitglieds mit der Schrottzeitung "Junge
Freiheit" irgendetwas mit Meinungsfreiheit zu tun hat verstehe ich aber nicht.
Ist die Schlussfolgerung vielleicht weil diese Zeitung rechts ist, und die
Rechten manchmal von Meinungsfreiheit genau wie die Piratenpartei reden, hat das
was mit Meinungsfreiheit zu tun? Wohl kaum! Oder liegt es daran, dass die
Zeitung "Freiheit" im Namen trägt und die Piraten das auch toll finden und darum
wahrscheinlich auch rechts sind und die Meinungsfreiheit wahrscheinlich genauso
überbewerten wie die rechten? Wohl kaum! Es gibt keinen Zusammenhang.</p>

<p>Bei so einem Interview stellt sich vielmehr die Frage, ob Nichtrechte mit
den Rechten reden sollten, weil sie dadurch den Auftritt der rechten eventuell
aufwerten könnten. Natürlich besteht auch die Gefahr, dass der Nichtrechte
plötzlich für rechts gehalten wird. Wie groß eine dieser Gefahren wirklich ist
kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir die Fachkompetenz in Soziologie.</p>

<p><b>Nachtrag vom 2.10. 2009:</b> Wegen Nachfragen möchte ich erwähnen, dass das Wort
"Schrottzeitung" mein persönliches Empfinden beim kurzen überfliegen einiger
Artikel dieser Zeitung widerspiegeln sollte. Das Wort ist schlecht gewählt,
denn es sagt nichts über die Art meiner Missempfindungen aus. Mich hatten
mehrere Artikel gestört, die durch ihre Aufmachung Angst vor Islamismus
und Terror machen und wahrscheinlich auch Feindseligkeiten schüren.</p> ]]></content:encoded>
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